Bergungstechnik, Krause GmbH

Mobilkran der Krause GmbH zur Bergung von Lkw

Kaum ein Tag vergeht in Deutschland, dem nicht irgendwo ein Lastwagen vom rechten Weg abkommt. Mal ist eine nasse Fahrbahn im Spiel, mal ein geplatzter Reifen oder ein plötzliches Ausweichmanöver, weil ein Pkw trotz Gegenverkehr überholt – das Abkommen von der Straße nach Auffahrunfall, Kollision mit Gegenverkehr und Kreuzungsunfall gehört zu den häufigsten Unfallarten mit Personenschäden.

Die richtige Bergungstechnik hilft Kosten sparen

Wird aus dem Risiko bitterer Ernst, ist Bergungstechnik gefragt. „Auch wenn sich der Schaden am eigenen Fahrzeug nicht mehr ungeschehen machen lässt, bleibt in der Regel ein gewisser Spielraum, um die negativen Folgen fürs Unternehmen zu begrenzen“, weiß Hans-Georg Krause. Er betreibt im niederrheinischen Moers in der Nähe von Duisburg seit über 35 Jahren einen Lkw- Abschlepp- und Bergungsdienst . Der Fuhrpark für Bergungstechnik umfasst anderem vier Bergungsfahrzeuge für Lkw, zwei Telekräne mit 80 Tonnen und mehrere Lkw mit Spezialequipment. Damit zählt die Krause GmbH zu den Big Playern der Branche.

Der Auflieger steckt einen Unfall oft gut weg

Das kleine Einmaleins des Bergungsprofis: Nach einer Havarie fallen die Schäden am Zugfahrzeug häufig schwerer aus als am Auflieger. Wenn die Struktur des Aufbaus noch intakt ist, stehen die Chancen gut, dass zumindest ein Teil des Transportguts den Unfall übersteht. Auch das Fahrwerk eines Aufliegers steckt einen Umfaller meist recht gut weg. In vielen Fällen können daher die Fahrzeuge nach dem Aufrichten die Unfallstelle auf eigener Achse verlassen. Aber auch bei schwereren Schäden am Auflieger besteht für einen Spediteur kein Grund, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen.

Das Fahrzeug lässt sich mit der richtigen Bergungstechnik mit der Ladung aufrichten

Bei einem Autobahn-Einsatz musste sich Krause um einen mit 24 Tonnen Südfrüchten beladen Sattelzug kümmern. Der Lkw war nach dem Sturz in die Leitplanken gerutscht. Dabei wurde der Kühlaufbau auf der linken oberen Ecke in voller Länge aufgerissen. Die Stabilität des Aufliegers hatte durch diesen Schaden stark gelitten. Trotzdem ließ sich das Fahrzeug mitsamt der Ladung wieder aufrichten. Glück im Unglück für den Spediteur: Fast die komplette Ladung ließ sich nach der Rettung am nächsten Tag planmäßig verkaufen. Den Ausschlag fürs glimpfliche Ende gab eine perfekte Ladungssicherung. Sie hatte das Transportgut beim Sturz auf der Ladefläche gehalten. Zweitens eine Bergung, die den Lastzug nach allen Regeln der Kunst wieder auf die Räder stellte.

Eine fachgerechte Bergung erspart Folgekosten

„Eine fachgerechte Bergung erspart einem Spediteur Folgeschäden an seinem Fahrzeug“, weiß Bergungsexperte Hans Georg Krause. „Sie trägt auch dazu bei, dass sich der Transportauftrag vielleicht noch im Sinne des Kunden erledigen lässt.“ Die Ladung eines Lastzugs vor der Bergung zur Sicherheit erst in ein Ersatzfahrzeug umzuladen, hält er lediglich für die zweitbeste Lösung. „Dass der Auflieger beim Aufstellen bricht oder reißt, ist ein weit verbreiteter Mythos“, sagt Krause. Gegen das Umladen sprechen aus seiner Sicht der enorme Zeitaufwand. Dazu kommen die teilweise happigen Kosten, die durch das Bereitstellen von Ersatzfahrzeug und Personal entstehen können. Krause führt auch handfeste praktische Gründe ins Feld: Schon eine stärkere Schräglage des Lkw bewirkt, dass sich Ladehilfen wie Hubkarre oder Ameise nicht mehr auf der Ladefläche einsetzen lassen. Um 24 Tonnen Gemüse in Kisten mit Muskelkraft in ein Ersatzfahrzeug umzuladen, sind zwölf Mann mehrere Stunden mit Laden beschäftigt.

Die Unfallstelle nach der Bergung zügig räumen

Hans-Georg Krause empfiehlt daher einem Spediteur, die Türen am Auflieger zunächst geschlossen zu halten.  Dann sollte er sich um die Versorgung des Fahrzeugs zu kümmern. „Ein Aufbau mit Silo, Tank, Container und Kühlkoffer lässt sich nach einer Havarie in 80 Prozent aller Fälle mitsamt der Ladung an Bord wieder aufrichten“, bilanziert Krause seine Erfahrungen. Steht der Auflieger dann auf den Rädern, lässt er sich zügig auf den nächsten Rastplatz schleppen. Auch der eigene Betriebshof oder das Gelände eines befreundeten Unternehmens bieten sich dazu an.

Die Unfallstelle sollte man zügig räumen

Vorteil dieser Strategie: An einem sicheren Ort bringt man das Umladen geordnet und deutlich schneller über die Bühne als an der Unfallstelle. Gerade bei Kühlfahrzeugen kann diese Variante der Problemlösung gewährleisten, dass sich die Zeit für die Unterbrechung der Kühlkette auf ein vertretbares Maß verkürzt. Weitere Argumente fürs zügige Räumen der Unfallstelle: Der Verkehr kann schneller wieder fließen, außerdem hält sich der Schaden fürs Image der Spedition in Grenzen, weil der Lkw mit dem Firmendesign schneller von der Bildfläche verschwindet.

Profis machen bei der Bergung Tempo

Schnelligkeit ist das A und O einer professionellen Bergung. Deshalb sollte auch das Abschlepp- und Bergungsunternehmen den Zuschlag erhalten, das von vornherein die benötigten Kapazitäten wie Kräne, Bergungsfahrzeug, Radlader, Minibagger und Container bereitstellen kann. Das aktive Schadenmanagement eines Spediteurs am Unfallort umfasst auch die Kooperation mit dem Bergungsunternehmen. Dazu gehört im Vorfeld die akkurate Schilderung der Lage mit Angaben über den Zustand von Zugmaschine und Auflieger. Hat die Ladung das Fahrzeug bereits verlassen, gehört das ebenfalls in den Lagebericht, weil der Bergungsfachmann dann entsprechendes Equipment bereitstellen muss. Einige Schnappschüsse mit dem Fotohandy können in diesem Fall helfen, die Situation am Unfallort zu verdeutlichen.

 

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