Combimax Trailer in Modulbauweise

 

 

 

 

 

 

Am liebsten hätte Alain Faymonville für den neuen Combimax ein Vertriebskonzept wie der Online-Versandhändler Amazon. Die Mitarbeiter würden nach der Bestellung die Tieflader in handliche Einheiten verpacken und anschließend in Containern rund um den Globus schicken. Die Kunden in Deutschland und Dschibuti würden sich dann ihre Fahrzeuge mit den gleichen Bauteilen zusammenstellen wie die Kunden in Kanada und Kolumbien. „Diese Vertriebsvariante ist zwar noch eine Utopie, aber letztlich haben wir den Combimax genau dafür entwickelt“, erklärt Alain Faymonville, Geschäftsführer des Trailer-Herstellers Faymonville mit Hauptsitz im belgischen Büllingen.

Combimax kombiniert mehrere Standardmodule

Der Combimax ist ein für Straßenspediteure konzipierter Trailer, der sich durch die Kombination verschiedener Standardmodule für Transportaufgaben zwischen 50 bis 250 Tonnen Nutzlast konfigurieren lässt. Dass die Kunden ein Fahrzeug akzeptieren, das sich aus standardisierten Bauteilen zusammensetzt, steht für Alain Faymonville außer Frage. Den Beleg liefert die aus seiner Sicht gute Nachfrage nach dem 2012 eingeführten Max Trailer, der als eigenständige Marke des Herstellers die Modulbauweise bereits umsetzt. Auch der Combimax basiert im Hinblick auf Standardisierung, Konfiguration und Logistik auf dem Konzept des Max Trailers – mit dem Unterschied, dass das neue Fahrzeug für höhere Nutzlasten ausgelegt ist. Typische Transportgüter für den Combimax sind demnach Schwerlasten, Bau- und Agrarmaschinen, Teile von Windkraftanlagen sowie Boote und Yachten.

Faymonville setzt auf Standardisierung

Allerdings ist der Combimax nicht das einzige Fahrzeug der Marke Faymonville, dem sich solche Aufgaben anvertrauen lassen. Dafür gibt’s im Programm der Belgier bereits ausgewiesene Spezialisten. Faymonville sieht den Combimax jedoch nicht als Konkurrenz zu Baureihen wie Megamax, Multimax, Variomax und Modulmax, sondern als Ergänzung. In dieser Rolle bildet der Trailer gewissermaßen den größten gemeinsamen Nenner zwischen den verschiedenen Baureihen. Möglich macht das die konsequente Standardisierung der Module. Durch geschickte Kombination lassen sich mehr als 250 Fahrzeuge darstellen, die in der Praxis wirklich nutzbar sind.

Flexibel einsetzbar dank Modulbauweise

„Die meisten Modulfahrzeuge im Straßentransport sind für ihre Transportaufgaben überdimensioniert. Den Combimax hingegen stellt sich der Spediteur exakt für seinen Auftrag zusammen“, berichtet Vertriebsleiter Arnold Luxen. Bei einem 150 Tonnen schweren Ladegut könnte dann ein ausgewachsener Modulmax mit 16 Achsen in der Fahrzeughalle bleiben. Statt dessen würde ein Combimax den Job übernehmen, der mit zwei Achslinien weniger und einer geringeren Länge auskommt. Unterm Strich bedeutet das einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und weniger Verschleiß für Material und Straße. Der Combimax erlaubt es aber auch, mit den entsprechenden Modulen zwei völlig verschiedene Fahrzeuge auf die Räder zu stellen. Bei der Vorstellung des Combimax in Büllingen funktionierte das nahezu perfekt. Nur eineinhalb Stunden brauchten zwei Werkstatt-Mitarbeiter des Herstellers, um einen Tiefbettauflieger mit einem Zweiachs-Fahrwerk vorne und einem Vierachser hinten in ein veritables Plateau-Fahrzeug mit vierzehn Achsen zu verwandeln.

Innovationen für leichteres Handling

Natürlich gehört jede Menge Übung dazu, die Module schnell und effizient miteinander zu verbinden. Andererseits hat Faymonville das Fahrzeug mit einer Reihe von Innovationen ausgestattet, die das Handling erleichtern sollen. Dazu gehört in erster Linie die Verbindung zwischen Tieflader und Zugfahrzeug. Ein Spediteur benötigt in Zukunft für alle Variationen des Combimax nur noch einen Schwanenhals, und zwar unabhängig davon, welches Achssystem zum Einsatz kommt. Der völlig neu entwickelte Schwanenhals bringt das Kunststück fertig, dass er mit den großen Lenkwinkeln bei Pendelachsen (60 Grad) ebenso gut zurechtkommt wie mit den kleineren der Einzelradaufhängung (Twin Axle, 55 Grad) und der Achsschenkellenkung (45 Grad).

Universelle Systemschnittstelle

Auch der neue Kupplungskopf dürfte den Schwerlastspediteuren viel Freude bereiten. Diese universelle Systemschnittstelle verbindet problemlos unterschiedliche Module mit Bolzen-Laschen-Kupplung und Schnellkupplungs-Haken. Zudem erlaubt der Kupplungskopf die direkte Verbindung von Fahrzeugen mit verschiedenen Höhen und Breiten bei gleicher Achslast in der Gesamtkombination. Das System wirkt aber auch in umgekehrter Richtung. Ein Tiefbettauflieger lässt sich dank der Hakenkonstruktion im Handumdrehen zur Rückfahrt ohne Begleitfahrzeug eine Nummer verkürzen. Der Fahrer trennt dazu erst das vordere Fahrwerk und das Tiefbett. Anschließend hebt er über die Hydraulikfunktion im Schwanenhals das vordere Fahrwerk direkt auf das Tiefbett, kuppelt ab und nimmt dann das Tiefbett selbst an den Haken.

Neun Meter länger durch Teleskopträger

Die vielleicht wichtigste Innovation für den Combimax fällt erst auf den zweiten Blick ins Auge. Tatsächlich lässt sich das  Plattformfahrzeug durch einen Teleskopträger um beachtliche neun Meter verlängern. Die technische Basis dafür bildet eine spezielle U-Form der Fahrwerke, die den mittleren Bereich offen lässt. Wird der Teleskopträger gerade nicht benötigt, verschwindet er im Chassis. Ist dagegen Länge gefragt, kann der Fahrer das System in drei Stufen ausziehen. „Der Combimax bietet einem Spediteur deutlich mehr Transportalternativen. Er erhöht den Einsatzgrad und die Laufleistung seiner Fahrzeuge“, bringt Arnold Luxen die Vorteile auf den Punkt. Die Preise für den Combimax stehen noch nicht fest. Das Fahrzeug soll jedoch einen Tick über der Preisklasse für den Variomax liegen, dafür aber deutlich unter der des Modulmax. Auch das dürfte einen Spediteur freuen: Er erhält unterm Strich mehr Trailer für weniger Geld.

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