Einfach wie es kommt

Mit einem neuen Wartungskonzept will Scania die Standzeiten der Lkw verkürzen. Für die Werkstätten der Marke ist das eine Chance für noch mehr Service.

Dienst nach Vorschrift kann für eine Werkstatt eine feine Sache sein, wenn dahinter klare Arbeitsprozesse und hohe Standards für Wartungen und Reparaturen stehen. Der Nutzfahrzeughersteller Scania fügt diesem Arbeitsmodell jetzt eine neue Variante hinzu. Scania Wartung mit flexiblen Plänen nennt sich das Konzept, das die Schweden zunächst für ihre neue Lkw-Generation aufgelegt haben. Im Kern geht es dabei um eine Wartung, die akkurat auf die Bedürfnisse von Unternehmen und Fahrzeug zugeschnitten ist. In der Praxis stellt die Wartung mit flexiblen Plänen auf die bestmögliche Laufzeit der Komponenten und Baugruppen eines Lkw ab. Die Werkstatt führt dafür nur die Arbeiten durch, die für die Fahrzeugnutzung nötig sind. Für den Kunden bedeutet das kürzere Standzeiten in der Werkstatt, eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit und eine längere Lebensdauer, in der sich das Fahrzeug profitabel einsetzen lässt. Die Werkstatt wiederum kann die Auslastung und den Arbeitseinsatz besser planen. „Scania Wartung mit flexiblen Plänen bietet Werkstätten eine weitere Chance, den Kunden professionell zu betreuen“, erklärt Projektleiter Hans-Peter Dax von der Scania Maintenance in Koblenz.

Das neue Wartungskonzept funktioniert allerdings nur, wenn jederzeit klar ist, wie ein Fahrzeug im Tagesgeschäft zum Einsatz kommt. Der Schlüssel für dieses Wissen sind die Betriebsdaten des Lkw, die das elektronische Überwachungssystemen mit Hilfe einer Vielzahl von Sensoren zur Verfügung stellt. Auf diese Weise lassen sich der Status von Getriebe und Motor, Flüssigkeiten und Filter genau bestimmen. Die Daten selbst ruft Scania regelmäßig über die Scania Telematik des Lkw auf einen speziellen Server in der Zentrale im schwedischen Södertälje ab. Dort nimmt dann ein von der Scania Forschungs- und Entwicklungsabteilung entwickeltes Programm die Analyse auf. Es vergleicht die aktuellen Betriebsdaten des Lkw mit den Referenzwerten einer Scania Datenbank. Ein ausgeklügelter Algorithmus legt anschließend die Arbeiten fest, die für jede Komponente oder für jedes Bauteil einen in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht optimalen Betrieb ermöglichen. Das kann dann zum Beispiel bedeuten, dass bei einer Wartung ein SCR-Filter einige Tausend Kilometer früher zu tauschen ist als im ursprünglichen Wartungsplan vorgesehen, während sich die Ventileinstellung auf einen späteren Termin verschieben lässt.

Allerdings bedeutet eine maßgeschneiderte Wartung nicht, dass eine Arbeit immer dann ansteht, wenn ein Bauteil gerade sein technisches Maximum überschritten hat. Das würde zu einer Vielzahl von Werkstattterminen führen. Scania hat die Wartung mit flexiblen Plänen dazu angelegt, die optimale Wartung mit einem Minimum an Besuchen in der Werkstatt zu verbinden. Ein auf den Kunden zugeschnittenes Wartungskonzept könnte zum Beispiel mit einem Zeitfenster arbeiten, das sich an Hauptuntersuchung (HU) und Sicherheitsprüfung (SP) nach Paragraf 29 SVZO orientiert. In der Praxis fällt dann zweimal im Jahr im Abstand von sechs Monaten jeweils ein Wartungstermin an. Die Werkstatt wird dann die HU und – 30 Monate nach der Erstzulassung – auch die SP zusammen mit den fälligen Wartungen durchführen. Darüber hinaus ist die Scania Werkstatt stets über den Status der Kundenfahrzeuge auf dem Laufenden. Ergibt sich die Notwendigkeit einer Wartung oder Reparatur, wird sie den Kunden kontaktieren, die nötigen Arbeiten mit ihm besprechen und einen Termin vorschlagen. Auch die Fahrzeuge, die weit entfernt vom Standort auf Achse sind, lassen sich in das Wartungsmodell einbinden. In diesem Fall könnte eine andere Scania Werkstatt den Job übernehmen. Über die einschlägigen Fahrzeugdaten kann nämlich jede Werkstatt auf den Wartungsplan für einen Scania zugreifen.

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