Dienstfahrzeug durch Gehaltsumwandlung

Gehaltsumwandlung – Mehr für weniger

Ein Dienstfahrzeug zur privaten Nutzung ist ein probates Motivationsmittel für Arbeitgeber. Das Modell kommt auch für Mitarbeiter in Frage, die nicht zu den Berechtigten gehören. Möglich macht das eine Barlohnumwandlung.

Wenn ein Dienstfahrzeug den Berechtigten nicht nur zu dienstlichen Fahrten, sondern auch zu privatem Gebrauch zur Verfügung steht, befördert dieses Privileg in der Regel die Motivation und die Loyalität zum Unternehmen. Auf die gleiche Weise lassen sich auch Mitarbeiter ins Boot holen, denen nach den Regeln der Hausordnung normalerweise kein betriebliches Automobil zustünde. Der Arbeitgeber muss dazu nicht einmal Geschenke verteilen. Möglich macht das eine so genannte Barlohnumwandlung. „Der Arbeitnehmer verzichtet auf einen Teil seines Entgeltanspruchs. Im Gegenzug überlässt ihm der Arbeitgeber als Ausgleich für diesen Verzicht ein Dienstfahrzeug. Der Lohn für den Mitarbeiter setzt sich demnach aus dem reduzierten Barlohn und dem Sachbezug in Form eines Dienstfahrzeugs zusammen“, erklärt Roland Wehl, Geschäftsführer der AMS Fuhrparkmanagement GmbH in Berlin.

Gehaltsumwandlung bieten die meisten Leasinggeber an

In der Praxis bietet sich das Modell zum Beispiel als Alternative zu einer Gehaltserhöhung an. Der Mitarbeiter könnte auf das Plus an Barlohn verzichten und statt dessen ein Dienstfahrzeug übernehmen. Denkbar wäre auch, dass sich ein Arbeitnehmer finanzielle Vorteile ausrechnet, wenn ihm das Unternehmen ein Dienstfahrzeug stellt und er daher keinen eigenen Neuwagen finanzieren muss. Schließlich hat der Arbeitgeber beste Beziehungen zu Autohäusern und Leasingunternehmen. Warum also nicht ein Arrangement treffen, das den Arbeitgeber nichts kostet, dafür aber den Mitarbeiter mit handfesten Benefits ans Unternehmen bindet?

Mit genau dieser Zielrichtung führen Leasinggesellschaften wie Lease Plan, Sixt und Athlon die Gehaltsumwandlung als eigenständige Angebote im Programm. Dahinter stehen meist gut bestückte Rundum-Sorglos-Pakete, die Leistungen wie Versicherung, Steuer, Tankkarte, Reparaturen und Wartung enthalten. Damit das Angebot auch den Arbeitgebern schmeckt, stellen die Leasinggeber eine Verbesserung der Einkaufskonditionen sowie spezielle Absicherungen für Kündigung, Krankheit und Fahrzeugrückgabe am Ende der Leasinglaufzeit in Aussicht. Auf dem Papier liest sich das meistens gut. Die Umsetzung hält jedoch rechtliche Fallstricke bereit.

Regeln für die Barlohnumwandlung

Eine grundlegende Regel für eine Barlohnumwandlung: Der Entgeltverzicht muss arbeitsrechtlich zulässig sein. Das setzt eine schriftliche Änderung des Arbeitsvertrags für den Mitarbeiter voraus, die den Verzicht auf den Barlohn und die Gewährung des Sachlohns dokumentiert. Liegt dem Arbeitsverhältnis ein Tarifvertrag zugrunde, dürfte das Modell problematisch werden. Zwar bieten Öffnungsklauseln hier und dort einen betrieblichen Gestaltungsspielraum. Für einen Gehaltsverzicht gegen Firmenwagen bieten sie in der Regel jedoch keinen Ansatz.

Kommt es zu einem Arrangement, steigt der Arbeitnehmer gewissermaßen in die Riege der Nutzer auf, die einen Dienstwagen als Arbeits- oder Motivationsfahrzeug besitzen. Für ihn gelten dann die gleichen Regeln zur steuerlichen Behandlung wie für die Kollegen. Der Arbeitgeber ermittelt nach dem Einkommenssteuergesetz den geldwerten Vorteil für das Dienstfahrzeug und schlägt diesen zur Berechnung von Lohnsteuer und Sozialabgaben auf das jeweilige Bruttogehalt drauf. Der Lohnzettel wird in diesem Fall natürlich mit anderen Zahlen aufwarten als vorher. Schließlich ändert sich mit dem Gehaltsverzicht auch die Bezugsgröße für Lohnsteuer und Sozialabgaben. Wie sich eine Barlohnumwandlung auf das Einkommen auswirken könnte, lässt sich im Internet mit Hilfe eines Firmenwagenrechners anschaulich durchspielen (siehe Infokasten).

Einschränkungen bei der Nutzung des Dienstfahrzeugs

Wie tief ein Arbeitnehmer bei diesem Modell für das eigene Dienstfahrzeug in die eigene Tasche greifen muss, hängt von den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber ab. Dass der Mitarbeiter auf Gehalt verzichtet, bedeutet allerdings nicht, dass er über das Dienstfahrzeug genau so wie über einen Privatwagen verfügen kann. „Für den Arbeitnehmer stellt sich das Arrangement oft so dar, dass er mit seinem Entgeltverzicht die Leasingraten quasi selbst bezahlt. Aber das bedeutet nicht, dass er wie ein Leasingnehmer über das Fahrzeug verfügen kann“, weiß Roland Wehl. Tatsächlich ist bei der Barlohnumwandlung der Arbeitgeber der Leasingnehmer, der dem Mitarbeiter das Fahrzeug überlässt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung. Der Fiskus spielt nämlich bei der Gehaltsumwandlung nur mit, wenn es sich um ein betriebliches Fahrzeug handelt, über das der Arbeitgeber frei verfügen kann. Das wiederum bedeutet, dass der Arbeitgeber jederzeit über den Umfang der Nutzung entscheiden kann. Das Unternehmen sollte daher mit Mitarbeitern, die für das Dienstfahrzeug auf Entgelt verzichten, grundsätzlich die gleichen Überlassungsvereinbarung treffen wie mit allen anderen Berechtigten auch.

 

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