Manoovr Multitrailer von Noteboom

Der Manoovr von Noteboom ist ein Spezialist für Schwertransporte Der Manoovr von Noteboom lässt sich für den Fahrer leicht bedienen.

Das Erscheinungsbild eines Semitrailers ist normalerweise kein primäres Entwicklungsziel für einen Hersteller. Schließlich brauchen die Kunden in erster Linie ein Fahrzeug, das mit hoher Nutzlast, einer niedrigen Ladehöhe und geringen Betriebskosten aufwartet. Dass den elementaren Anforderungen an die Funktion auch eine ansprechende Form folgen kann, belegt der Manoovr MPL des Herstellers Nooteboom Trailers mit Sitz im niederländischen Wijchen. Der Manoovr wirkt rundum elegant, die auffallend dünn bauende Ladefläche aus hochfestem Stahl verleiht dem Multitrailer ein fast filigranes Flair. Dass Pendelachsen die Verbindung zur Straße herstellen, ist bei einem Fahrzeug aus dem Hause Noteboom keine Überraschung. Die Gelderländer bringen ihre Trailer seit über 60 Jahren damit auf die Straße.

Der Manoovr steht für eine völlig neue Achstechnologie

Der Aha-Effekt in Sachen Manoovr folgt, wenn man das Maßband an die minimale Ladehöhe anlegt. Exakt 780 Millimeter stehen dann auf der Skala. Damit zieht Noteboom mit den Wettbewerbern gleich. Allerdings ließ sich eine solche Höhe mit einer Pendelachse herkömmlicher Bauart bislang nicht realisieren. Tatsächlich steht der Manoovr für eine völlig neue, in Holland zum Patent angemeldete Achstechnologie. Noteboom erfindet damit den Semi neu. Die klare Botschaft: Die neue gelenkte Pendelachse ist der Konkurrenz mit ihren Varianten der Einzelradaufhängung als geteilter Achse überlegen.

Einzelradaufhängung versus Pendelachse

Dabei sah es lange so aus, als sei die Systemfrage bereits entschieden. Die Einzelradaufhängung, so das allgemeine Credo, sei gegenüber der Pendelachse im Hinblick auf Ladehöhe, Fahrstabilität und die im Fahrbetrieb auftretenden Schubkräfte im Vorteil. Mit der Fixierung auf die Pendelachse hat Noteboom dem Wettbewerb das Feld aber nur scheinbar überlassen. Bereits Mitte 2014 hatten die Entwicklungsingenieure in Wijchen den Auftrag, ein neues System zu entwickeln, das die aktuellen Defizite bei der Ladehöhe ausräumen und in Bezug auf Radlasten, Achskinematik und Fahrdynamik neue Maßstäbe setzen sollte.

Gleichmäßige Verteilung der Achslast

Die Ingenieure hatten freie Hand zu einer Neukonzeption, die sogar einen Systemwechsel erlaubt hätte. Dass sie nach Monaten der Analyse letztlich wieder bei der Pendelachse landeten, war den aus ihrer Sicht eindeutigen Vorteilen des Systems bei Federwegen, Achslast, Reifenverschleiß, Lenkung, Drehpunkten und Bodenfreiheit geschuldet. Der entscheidende Punkt: Die Pendelachse sorgt auch bei unebener Fahrbahn stets für eine gleichmäßige Verteilung der Achslast über die Breite des Fahrzeugs. Da sich die Räder stets unabhängig voneinander drehen, bleibt der Rollwiderstand gering, was unterm Strich den Verschleiß der Reifen und den Kraftstoffverbrauch reduziert.

Pendelachse und Ladefläche verbinden sich zu einer Einheit

Ein neues Fahrzeug musste demnach zwangsläufig wieder mit einer Pendelachse aufwarten. Die konstruktive Gretchenfrage lautetet daher: „Wie lässt sich das System am Chassis fixieren, ohne dabei wie bisher an Höhe zu verlieren?“ Noteboom hat dazu eine ebenso einfache wie verblüffende Lösung gefunden, die sich auf über 1,5 Millionen Testkilometern mit dem neuen Fahrzeug bestens bewährt hat. Das System kommt komplett ohne Hilfsmittel wie Drehkranz und Zwischenrohr aus. Statt dessen verschmilzt das neu entwickelte Lager der Pendelachse mit der Ladefläche zu einer Einheit, bei der die Konstruktion die auftretenden Kräfte direkt in das Trailerdeck einleitet. Das erlaubt es wiederum, das Deck sehr schmal zu bauen. Gerade mal zweieinhalb Zentimeter ist das Maß für die Dicke, was gegenüber dem vor fünf Jahren eingeführten Semitrailer MCO-PX einen satten Nettogewinn von acht Zentimetern bedeutet.

Der Manoovr setzt anspruchsvolle Benchmarks

Gleichzeitig ist diese grundlegende Lösung für den Manoovr auch die Voraussetzung für eine Reihe technologischer Benchmarks, die nur mit der Pendelachse möglich sind. Beispiel Lenkeinschlag und Federweg: Der Ausgleichshub von 500 Millimetern ist so üppig dimensioniert, dass auch bei einem ausgewachsenen Zehnachser und im teleskopierten Modus alle Achslinien stets Bodenkontakt halten. Der Lenkeinschlag von maximal 70 Grad wiederum sichert dem Manoovr die Lenkbarkeit und Wendigkeit, die in Kreisverkehren und auf Baustellen gefragt ist. Die Lenkung kann der Fahrer übrigens je nach Fahrmodus mit Hilfe von leicht erreichbaren Steckbolzen verstellen.

Der Trailer spart bei den Betriebskosten

Das macht es möglich, dass die vorderen Achsen des Trailers mit der Sattelzugmaschine mitlenken, starr bleiben oder mit den hinteren Achsen des Trailers mitlenken. Der Trailer läuft daher sowohl eingeschoben als teleskopiert passgenau hinter der Sattelzugmaschine her. Handfeste Einsparungen verspricht Noteboom mit dem neuen Fahrzeug auch bei den Betriebskosten. Da bei der Pendelachse Ausrichtung, Federweg und Lenkeinschlag präzise aufeinander abgestimmt sind, soll der Reifenverschleiß deutlich abnehmen. Die Laufleistung der Pneus kann daher bis zu 300000 Kilometern betragen. Lieferbar ist der Manoovr als Semitieflader mit drei bis zehn Achsen und bis zu drei Teleskopstufen

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