Neue Schmierstoffe von Petronas

Urania mit ViscGuard neu auf den Markt

Schmierstoffhersteller Petronas steigt ins Werkstattgeschäft einSchmierstoffhersteller Petronas entwickelt eigenes Werkstattkonzept

 

 

 

 

 

 

 

Der Markt muss sich im Nutzfahrzeugbereich jetzt auf einen neuen Schmierstoffhersteller einstellen. Die auf Schmierstoffe  für Automobil  und Industrie spezialisierte Petronas Lubricants International (PLI) klopft mit dem Mitte des Jahres im britischen Birmingham vorgestellten Motoröl „Petronas Urania mit ViscGuard“ an die Tür des Zulieferergeschäfts. Die Referenzen für den Markteintritt können sich sehen lassen.

Hauptsponsor der Formel-1

PLI ist seit Jahren Hauptsponsor von Daimler in der Formel-1. Auch der Rallye Dakar hat Petronas als Partner von Iveco bereits seinen Stempel aufgeprägt. Dass der Sieger-Lkw in diesem Jahr die Wüstenetappen bei Backofenhitze bestens geschmiert absolviert hat, ist Teamchef Gerard De Rooy zufolge das Verdienst des Motoröls Petronas Urania. Für die Marketingabteilung von PLI ist diese Ansage ein Pfund, mit dem sich gut arbeiten lässt. Schließlich ist eine optimale Schmierung nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf der normalen Straße die höchste Tugend eines Motoröls. Gute Argumente kann Petronas auch aus einem anderen Grund gebrauchen. Trotz seines Engagements bei Iveco ist PLI im Nutzfahrzeugsektor eher ein Spätzünder.

Lastenheft für den neuen Schmierstoff

Das Lastenheft für das neue Petronas Urania mit ViscGuard definiert grundlegende Qualitäten. Das Öl sollen die Motorleistung befördern, die Funktion und Lebensdauer der Motorkomponenten sicherstellen und einen niedrigen Kraftstoffverbrauch ermöglichen. Die Produktlinie besteht aus den Sorten Urania 5000E, Urania 3000 E und Urania 800 E, die jeweils mit mehreren Ausführungen in verschiedenen Viskositätsklassen aufwarten. Zum Markteintritt schickt Petronas das Hochleistungsöl Urania 5000 E SAE 10 W-40 ins Rennen. Die anderen Mitglieder der Familie sollen nach und nach folgen. Fürs Jahr 2020 ist bereits ein Highend-Öl mit der Viskositätsklasse SAE 0W-16 in Vorbereitung.

Ein rundes Produktprogramm für Fuhrparks

Petronas macht mit der neuen Mineralölfamilie ein rundes Angebot an Fahrzeugbetreiber. Dazu gehört auch, dass den Produkten der Serie Urania 5000 E jeweils ein preiswerteres Öl in den anderen Serien mit der gleichen Viskositätsklasse zur Wahl steht. Im Hinblick auf die SAE-Klassen folgt Petronas dem technologischen Trend, dass Hochleistungsöle in immer niedrigere Temperaturbereiche vordringen. Eine niedrige Viskosität steht für dünnflüssiges Öl. Das heißt, je dünnflüssiger das Motorenöl im kalten Zustand ist, desto schneller gelangt es beim Kaltstart an die Schmierstellen im Motor. Das reduziert die Reibung, führt zu weniger Verschleiß und einem geringeren Verbrauch von Kraftstoff. Bei höheren Motortemperaturen wiederum ist hohe Schmiersicherheit gefragt.

ViscGuard kombiniert Grundöle mit Additiven

Das Markenzeichen der neuen Ölfamilie ist das im Namen bereits angesprochene ViscGuard. Dahinter steht eine ausgefeilte Kombination der Grundöle mit speziellen Additiven, die die Aufrechterhaltung der Viskosität über die Betriebszeit innerhalb eines Wartungsintervalls sicherstellen soll. Die Produktentwickler nehmen dazu auch die Ablagerungen im Verbrennungsmotor ins Visier. Das sind vor allem Rußpartikel, die das Öl verdicken und sich zu größeren Partikeln zusammenbacken. Das kann dazu führen, dass Motorteile, die auf eine optimale Schmierung angewiesen sind, nicht ausreichend mit Öl versorgt werden und schneller verschleißen. Die Formulierung der Öle ist daher darauf angelegt, einen Aufbau von Ablagerungen sowie Verschleiß und Oxidation zu verhindern.

Spezifikationen erfüllen die gängigen Prüfnormen

Die Motorölspezifikationen von Urania mit ViscGuard erfüllen fast alle die auf europäische Fahrzeuge zugeschnittenen Prüfnormen der ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles). Das heißt, sie haben aufwändige Labor- und Motortests absolviert, die ihr Leistungsvermögen in Kategorien wie Reinigungswirkung, Reibungsminderung, Säureneutralisation und Ölschlammverhütung dokumentieren. Auch diverse Klassifikationen des American Petroleum Institute (API) gehören zum aktuellen Leistungsnachweis. Demnach schneidet zum Beispiel das Flaggschiff-Öl der Serie Urania 5000 E im Labortest nach dem Standard API CJ-4 mit Bestnoten ab. Die Fließfähigkeit des Öls soll hier um bis zu 89 Prozent besser ausfallen. Die Kohlenstoffablagerungen weisen laut PLI einen bis zu 50 Prozent verbesserten Wert auf. Beim Korrosionsschutz spricht Petronas von einer Steigerung von bis zu 90 Prozent.

Iveco setzt auf Petronas als Hausmarke

Auch die Fahrzeughersteller, die in der Regel zusätzliche Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Motoröle für ihre Fahrzeuge stellen, haben Petronas Urania bereits auf dem Schirm. Iveco hat Petronas Urania längst als Hausmarke für das gesamte Nutzfahrzeugprogramm adaptiert. Aber auch von Daimler, MAN, Scania, Renault und Volvo liegen bereits einzelne Freigaben vor. Für Fahrzeugbetreiber empfiehlt es in jedem Fall, zur Auswahl des geeigneten Motoröls die DEKRA Betriebsstoffliste oder das Betriebshandbuch des jeweiligen Fahrzeugs zu Rate zu ziehen. Diese Dokumentationen enthalten beide in der Regel eine exakte Aufstellung der zugelassenen Anbieter.

Petronas will sich in Deutschland mit eigenem Werkstatt-System etablieren

Auf Petronas wartet jetzt noch viel Arbeit, um der neuen Produktlinie in der Branche die nötige Reputation zu verschaffen. Das Wachstumsziel jedenfalls verrät hohe Ambitionen. Bis 2019 will PLI eine Spitzenposition unter den globalen Schmiermittelherstellern einnehmen. Wohin die Reise hierzulande gehen kann, hat PLI jetzt im britischen Loughborough gezeigt. Der Schmiermittelhersteller hat dort die erste Nutzfahrzeug-Werkstatt in den Farben von Petronas vorgestellt. Dahinter steht ein auf das neue Schmiermittel ausgelegtes Werkstatt-System, das die Blaupause für ein Engagement in Deutschland sein soll. Die ersten Partnerverträge sind bereits geschlossen.

 

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