Ein Scania V8 für Eddie

Die Scania V8 Zugmaschine steht im Fuhrpark von Eddie WoltersScania ist im Fuhrpark von Eddie Wolters die Marke der Wahl

 

 

 

 

 

 

 

Auch ein älteres Eisen kann attraktiv sein. Zumindest dann, wenn das Scania Logo und das Scania V8-Emblem zusammen mit Edelstahl und Chrom, Aluminium, Holz und Leder seinen Charakter prägen. Wenn dann der Mann am Steuer dem Klang des Viertakt-Diesels lauscht und das Auto lieber von Hand als in der Anlage wäscht, wird vollends deutlich, wie es um die Befindlichkeiten von Fahrer und Fahrzeug bestellt ist.

Gutenacht-Geschichte für den Scania V8

Dass Eddie Wolters, der mit bürgerlichem Vornamen Martin heißt, seinem fünf Jahre alten Scania R 560 LA 4×2 MNA nach Feierabend stets eine Gutenacht-Geschichte erzählt, ist jedoch nur eine Stichelei von Ehefrau Claudia, die der 52-Jährige mit Humor erträgt. Richtig ist hingegen, dass der gelernte Maurer eine Beziehung zu seinem Scania V8 unterhält, die in diesem Berufsleben niemand mehr trennen wird. Schließlich ist Eddie Wolters neuerdings der Eigentümer des eleganten Achtzylinders. Sein Bruder Stefan, Geschäftsführer der Wolters GmbH in Saerbeck bei Münster, hat ihm Mitte März den Lkw mit Brief und Siegel übergeben. Hinter dieser Geste steht ein dickes Dankeschön: Eddie Wolters ist seit seinem 21. Lebensjahr für das 1960 gegründete Baustoffunternehmen der Familie auf Achse. Das Fahrzeug hat ihm sein Bruder daher letztes Jahr zum 30-jährigen Dienstjubiläum mit Wirkung März 2016 überschrieben.

Der Scania kommt als Denkmal in den Glaskasten

„Dieser Scania wird unseren Betrieb nicht mehr verlassen. Ganz zum Schluss kommt er als Denkmal in einen Glaskasten“, erklärt Eddie Wolters. Das Geschenk seines Bruders hat ihm die Aufgabe erspart, den 2011 angeschafften Lkw in diesem Jahr außer Dienst zu stellen. Zu seinen Pflichten gehört nämlich auch, dass er den 15 Einheiten starken Fuhrpark in Schuss hält. Eddie Wolters kennt jeden Kilometerstand und jeden Reifen seiner Flotte, die Scania zu zwei Dritteln mit Sattelzugmaschinen und Kippern bestückt. Fünf Jahre laufen die Lkw in der Regel in dem auf Baustoffe, Erdarbeiten und Abbruch spezialisierten Unternehmen. Danach ist die Ausmusterung angesagt. Der Scania V8 von Eddie Wolters spielt mit seiner Festanstellung auf Lebenszeit jetzt in einer eigenen Liga. Er hat den Schweden aber auch die Türen zum Wolters-Fuhrpark geöffnet.

Der Scania V8 ist mit Opticruise perfekt ausgestattet

„Der Scania R 560 war unser erstes Fahrzeug des Herstellers. Ich wollte aber auch meinem Traum von einem V8 eine Chance geben“, beschreibt Eddie Wolters die Anfänge. Die große Liebe hat sich damals allerdings nicht auf Anhieb eingestellt. Drei Wochen lang hat ihm die Umstellung auf Scania Opticruise den Schweiß auf die Stirn getrieben. Heute, rund 580.000 Kilometer später, kann sich Wolters kein anderes Getriebe mehr vorstellen. Belohnt hat ihn der Scania V8 seither durch Kraft und Wirtschaftlichkeit. Vor allem hat der Lkw seinen Fahrer nie im Stich gelassen. Die kleine Undichtigkeit in Folge einer defekten Stirndeckeldichtung fällt für Wolters definitiv nicht ins Gewicht.

Defensive Fahrweise ist für Eddie selbstverständlich

Umgekehrt trägt Eddie Wolters auch seinen Teil zur Beziehungsarbeit bei. Dazu gehört neben guter Pflege des Fahrzeugs auch eine defensive Fahrweise. Der Mann aus dem Münsterland gibt daher seinem Schmuckstück nur behutsam die Sporen. Das erklärt, warum der V8 immer noch mit dem ersten Satz Bremsen unterwegs ist. Die Anzeige weist derzeit vorne 50, hinten 60 Prozent aus. Diese Leistung geht zum Teil auf das Konto des hydraulischen Retarders, der als Zusatzbremse direkt auf die Antriebsachse wirkt. Andererseits feilt Eddie Wolters selbst immer noch an seinem Fahrstil. Bei Fahrtrainer Dieter Kayser von Scania Münster zum Beispiel hat er sich einen Kniff angeeignet, der die Wirtschaftlichkeit seines V8 verbessert. „Wenn Opticruise im zehnten Gang den Berg hinunter will, schalte ich statt dessen manuell zwei Gänge hoch, um die Fuhre laufen zu lassen“, beschreibt Eddie Wolters seine Schalttechnik für diesen Fall.

Ein typischer Transportauftrag

Eine typischer Transportauftrag führt ihn am Morgen zu einer der beiden Sandgruben, die das Familienunternehmen im benachbarten Ladbergen betreibt. Anschließend geht’s mit 28 Tonnen Sand im Kipper über die Autobahn nach Wickede ins Sauerland. Dort wartet ein Kalksandsteinwerk auf den Rohstoff. Im Anschluss steht in einem Steinbruch 20 Kilometer weiter eine Ladung Schotter auf dem Dienstplan, bevor dann die Rückfahrt nach Saerbeck beginnt. Zwei Touren am Tag sind ein guter Schnitt für Eddie Wolters. Wenn er dann zum Feierabend seinen Scania V8 abstellt, stehen im Schnitt rund 500 Kilometer auf dem Tacho. „Dieser Scania wird mein letzter Lkw sein“, beschreibt Wolters seine Perspektiven als Fahrer im Familienunternehmen. Drei Jahre will er mit dem V8 noch dranhängen. Genug Zeit also, um die Innenausstattung seines Prachtstücks weiter zu veredeln. Mehr Leder für Rückwand und Dachhimmel? Eddie Wolters hat dazu einige Ideen auf Lager.

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