Seitenairbags für Scania Lkw

Seitenairbag von Scania

Mit den Seitenairbags für die neue Lkw-Baureihe hat Scania eine sicherheitstechnische Pionierarbeit geleistet. Die Schweden sind der erste Lkw-Hersteller weltweit, der einen Airbag dieser Bauart in einem schweren Nutzfahrzeug zum Einsatz bringt. Dabei sind Seitenairbags alles andere als eine Leistungsschau für die Galerie. Denkt man die Schutzwirkungen durch passive Sicherheitssysteme im Lkw konsequent zu Ende, ist ein umfassender Schutz für Fahrer und Beifahrer erst dann erreicht, wenn die Systeme auch bei solchen Unfällen aktiv werden, die in der Analyse des realen Unfallgeschehens im Hinblick auf Häufigkeit und Schwere an zweiter oder dritter Stelle rangieren. In diese Kategorie gehören eindeutig jene Unfälle, bei denen ein Lkw von der Straße abkommt. Da schwere Lkw mit ihrer vergleichsweise großen trägen Masse in solchen Situationen für den Fahrer nur schwer kontrollierbar sind, haben diese Unfälle häufig gravierende Folgen.

Überschläge gehören zu den häufigsten Unfallarten

Statistiken und wissenschaftliche Studien belegen, dass rund 45 Prozent aller Unfälle mit schweren und tödlichen Verletzungen auf das Konto von Überschlägen mit dem Fahrzeug gehen. Die Scania Unfallforscher kennen dazu ein typisches Szenario: „Weicht der Fahrer zum Beispiel einem Hindernis aus, kann der Lkw durch das Manöver von der Straße abkommen. Wenn dann die Tragfähigkeit des Bodens neben der Straße nicht hoch genug ist, kann das Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit umkippen oder sich überschlagen“, erklärt der Scania Unfallexperte Dan Loftén die Eigenarten der Fahrphysik.

Seitenairbags sollen die Unfallfolgen mildern

Im Sicherheitskonzept für die neue Fahrerhaus-Generation haben die Seitenairbags daher eine klar definierte Aufgabe. Sie sollen dabei helfen, dass die Insassen einen Überschlag möglichst unbeschadet überstehen. Dass das System dazu bestens in der Lage ist, haben die Schweden bei der Entwicklung der neuen Lkw-Baureihe in aufwändigen Crash-Tests mit beladenen Sattelaufliegern herausgefunden. Allerdings entfaltet der Seitenairbag den optimalen Schutz erst im Verbund mit anderen passiven Systemen. Besonders wichtig ist hier der Sicherheitsgurt, den Fahrer und Beifahrer in jedem Fall anlegen sollten. Das Luftkissen kann die Insassen nämlich nur dann wirksam schützen, wenn diese beim Unfall nicht vom Sitz oder sogar aus dem Lkw geschleudert werden.

Der Seitenairbag tritt in Bruchteilen einer Sekunde in Aktion

Der Seitenairbag selbst ist über den Türen in der Decke integriert. Ein hochentwickeltes Ensemble von Sensoren und Steuergeräten befindet sich im Fahrbetrieb ständig in Wartestellung, um im entscheidenden Moment in Aktion zu treten. Gibt das Airbagsteuergerät ein entsprechendes Signal, entfaltet sich der Seitenairbag in Bruchteilen einer Sekunde über die komplette Fensterfläche und schützt dadurch Kopf und Oberkörper des Lkw-Insassen. Gleichzeitig verhindert der Seitenairbag, dass Glassplitter und andere Objekte von außen in die Kabine eindringen. „Mit der Kombination von Sicherheitsgurt und Gurtstraffer, Seitenairbags und Lenkradairbag haben Fahrer und Beifahrer bei einem Unfall mit Überschlag bessere Überlebenschancen als in einem Fahrzeug ohne diese Systeme“, weiß Dan Loftén. Der Scania Ingenieur geht davon aus, dass sich die Zahl der bei Unfällen mit Überschlag getöteten Insassen durch die Einführung von Seitenairbags um 25 Prozent senken lässt. Für Scania ist es daher Ehrensache, dass der Greif seine Fahrer künftig auch von der Seite schützen wird.

 

 

 

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